Operative Entfernung kosmetisch störender Pigmentmale
Jeder kennt sie,
jeder hat sie: Pigmentmale, auch „Muttermale“ oder „Leberflecken“
genannt (medizinisch heissen sie „Naevi“). Die einen müssen entfernt
werden („Exzision“), die anderen sind aus medizinischer Sicht absolut
harmlos. Aber auch diese harmlosen Exemplare können sehr stören. Sie
kennen das bestimmt: Ein „Muttermal“, das am Kragen oder am BH scheuert
oder ein Pigmentmal an einer ästhetisch „wichtigen“ Stelle, wo wir es
gar nicht haben wollten...
Sie wünschen sich, dass es einfach nicht da
wäre? Kein Problem: Es lässt sich durch einen kleinen
kosmetisch-operativen Eingriff zumeist leicht entfernen. Um es gleich
deutlich zu sagen: „bösartig“ wird das Muttermal durch den Eingriff nie!
Die Vorteile, ein „Muttermal“ operativ zu entfernen, sind - im
Vergleich z.B. zur Lasertherapie - folgende:
Bei uns wird jedes
Muttermal - sei es noch so harmlos - nach der operativen Entfernung an
ein pathologisches Labor geschickt, in dem es feingeweblich untersucht
wird. So hat man einen zusätzlichen Beweis, dass das herausgeschnittene
Pigmentmal auch tatsächlich gutartig war. Da der
Laser nicht tief genug in die Hautschichten eindringt, werden bei der
Laserbehandlung die tieferen Zellnester nicht zerstört, weshalb das
„Muttermal“ wieder nachwachsen kann. Das ist bei operativer Entfernung
ausgeschlossen.
Was genau passiert bei einem solchen kleinen operativen
Eingriff?
Als erstes wird die Stelle, an der sich das kosmetisch
störende „Muttermal“ befindet, desinfiziert und örtlich betäubt. Die
betreffende Stelle wird dabei mit einem sterilen Tuch abgedeckt, um die
Wunde vor Verunreinigung zu schützen.
Die operative Entfernung
(„Exzision“) erfolgt mit einem sterilen Skalpell, sobald die Haut durch
die Betäubungsspritze schmerzunempfindlich geworden ist. Dabei erfolgt
ein kleiner Schnitt, der tief genug sein muss, um alle Zellnester zu
entfernen. Der Schnitt wird so gemacht, dass er sich der
Hautfaltendehnung anpasst, um eine schönere – also unauffälligere
–Narbenbildung zu ermöglichen. Nach dem Hautschnitt wird die Wunde mit
einem speziellen Faden genäht. Die Stärke des Fadens ist abhängig von
der Körperpartie: Im Gesichtshautbereich wird z.B. ein feinerer Faden
genommen. Die hier weichere und besser durchblutete Haut kann bereits
mit einem sehr dünnen Faden zusammengehalten werden, was zu einer kaum
sichtbaren Narbe führt. Bei einer tiefergehenden Operationswunde an
anderen Körperlokalisationen wird zusätzlich ein sog. „subkutaner“ Faden
verwendet. Mit ihm wird der unter der Haut befindliche Fettkörper
geschlossen („vorgenäht“), um die eigentlich Hautnaht zu entlasten, was
zu „schöneren“ Narben führt. Dieser Subkutan-Faden löst sich von allein
auf und braucht deshalb nicht gezogen werden.
Die eigentliche
Operationswunde wird abschliessend durch einen Kompressionsverband
(Druckverband) geschützt, der 3 Tage belassen werden sollte und nicht
mit Wasser in Berührung kommen darf. Je nach Körperregion werden nach
4-14 Tagen die Fäden gezogen. Wenn die Fäden früher gezogen werden,
lassen sich Nahtpflaster aufkleben, die die Wundränder noch einige Zeit
zusammenhalten.
Was müssen Sie selbst beachten?
- Falls Sie
Blutverdünnungsmittel einnehmen (auch z.B. Aspirin®), müssen Sie diese
ggf. 3 Tage vorher absetzen – bitte teilen Sie uns dieses mit, damit wir
das genaue Vorgehen mit Ihnen absprechen können.
- Die Operationswunde
samt Verband darf bis zum Abfall der letzten Kruste nach dem Fädenziehen
nicht gewaschen werden.
- Jede mechanische Belastung der Operationswunde
dehnt die Haut und vergrössert die Narbe! Deshalb: Vorsichtig bewegen,
keine Belastungen!
- Nach 3 Tagen darf der Druckverband durch ein kleines
Pflaster ersetzt werden.